Strategisches Asset Management

 

Die strategische Planung der Netze ist eine von vielen herausfordernden Aufgaben für die jeweilige Netzgesellschaft. Veränderungen in der Netzstrategie wirken sich nachhaltig auf die Erlössituation und auf die Netzqualitätsmerkmale aus. Darüber hinaus beeinflussen sie wesentlich die Aufgaben des Netzservice und dessen Tätigkeitsfelder.

 

Durch die veränderten Rahmenbedingungen sind auch im Umfeld der strategischen Netzplanung neue Anforderungen entstanden, die durch die klassischen Methoden nicht hinreichend genau abgedeckt werden können. Die methodischen Vorgehensweisen haben sich in diesem Bereich in den letzten Monaten erweitert und geschärft, so dass sich neue und erweiterte Best-Practice-Lösungen am Markt heraus kristallisieren.

 

Ziel des strategischen Asset Managements ist es, heute Entscheidungen zu treffen, die sich zu unterschiedlichen zukünftigen Zeitpunkten positiv auf die Netzrendite des Shareholders auswirken. Es muss dabei eine Vielzahl von Einflussfaktoren und -parametern beachtet werden, die sich im Groben vier Einflussgruppen zuordnen lassen:

 
Das strategische Asset Management gliedert sich grob in die Bereiche Netzstruktur und Netzerhaltung.

 

Die Netzstruktur befasst sich mit dem Aus- oder Umbau der Netze auf Basis von technischen und wirtschaftlichen Kriterien.  Die Ermittlung und Umsetzung von Zielnetzen in Abhängigkeit von unterschiedlichen Einflussfaktoren (Regulierungsvorgaben, Renditevorgaben, Erlöse, Kosten, Zuverlässigkeit, Netzzustand, usw.) ist eins der wesentlichen Aufgaben der Netzgesellschaften.

 

Die Netzerhaltung reicht in den Bereich der Instandhaltungsstrategien hinein. Die Definition und Umsetzung der optimalen Instandhaltungsstrategie eines Versorgungsunternehmens erfolgt überwiegend über die Ermittlung von Kennzahlen durch die Netzgesellschaft. Der Einsatz von digitalen Netzdaten und von Softwaresystemen ist dabei nicht mehr wegzudenken.  

 

Mit Auswertungen aus den statistischen Netzdaten, die beispielsweise im SAP PM (plus xRCM), im MABI oder einem GIS gehalten werden, lassen sich Ableitungen über das Netzverhalten vornehmen, so dass strategische Netzplanungen möglich sind. Auf dieser Basis arbeiten derzeitig beispielsweise E.ON e.dis AG oder Vattenfall Europe Transmission GmbH.

 

Ebenfalls sehr erfolgreich und flexibel ist die Methodik der Asset Segmentierung und Simulation. Hier werden in den jeweiligen Betriebsmittelgruppen die Betriebsmittel als Mengen in Zustandsklassen (beispielsweise 1 bis 4) eingeordnet. Die strategische Planung für die jeweilige Betriebsmittelgruppe erfolgt anschließend (und fortlaufend) über die sog. Asset Simulation. Hier wird das Verhalten des Netzes über einen längeren Zeitraum bei sich verändernden Ausgangsdaten und Einflussgrößen extrapoliert dargestellt. Mit der Simulation lassen sich bereits heute Trends und Tendenzen bei verschiedenen Instandhaltungs- und Investitionsstrategien erkennen.



Über die Simulationen wird die konkrete Ermittlung der aktuellen Budgets für die jeweiligen Segmente unterstützt, die für die jeweiligen Netzbereiche bereitzustellen sind. Weitreichende Erfahrungen mit dieser Methodik unter Nutzung des Softwaretools ASP (Asset Strategy Planing) besitzen die SAG-Partnerunternehmen und deren Auftraggeber wie z.B. RWE Energy AG, Vattenfall Europe Distribution GmbH oder SEWAG Netze GmbH.

 

Mit der gestiegenen „dynamischen Komplexität" wächst somit die Notwendigkeit, für das strategische Asset Management eine integrierte Softwarelösung (beispielsweise ASP von Partnerunternehmen) bereitzustellen. Neben der Simulation des Netzverhaltens ergeben sich konkret die erforderlichen Maßnahmen auf Betriebsmittelgruppenebene, in den meisten Fällen jedoch nicht mit betriebsmittelscharfer Zuordnung.

 

Die konkrete Maßnahmenzuordnung erfolgt durch die Anlagenverantwortlichen, im Idealfall auf Basis von fundiert zusammengestellten Prioritätenlisten unter Nutzung eines operativen Asset Management Systems. In diesem Falle spricht man von einem vollständig „integrierten Asset Management“.

News

 

22.07.10 Die neue xRCM Produktbroschüre ist erschienen

xRCM - Reliability Centered Maintenance mit SAP


21.07.10 Die neue MABI2.0 Produktbroschüre ist erschienen

Modulare Anlagenbewertung und Instandhaltung


 
SAG Impulse