In der Versorgungsindustrie sind neue Methoden gefragt. Die durch die Anreizregulierung entstehenden Veränderungen sind bereits heute zu spüren: Budgetreduzierungen oder neu formulierte Renditevorgaben sind konkret vorhanden und wirken sich unmittelbar auf die operativen Prozesse aus.
Auch in der Instandhaltung sind Veränderungen erforderlich. Die Methoden der letzten Jahrzehnte reichen in der bestehenden Form nicht mehr aus, um die verschärften Vorgaben zu erfüllen. Mit der Einführung einer Bewertungsmethodik lässt sich den gestiegenen Erwartungen begegnen.
In die Bewertungen können Einflussfaktoren einbezogen werden:
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In einem geeigneten Formelwerk lassen sich Netze, Betriebsmittelgruppen, einzelne Betriebsmittel oder Teilkomponenten bewerten. Hieraus entsteht eine Ranking, auf dessen Basis wesentliche Entscheidungen im Netzbetrieb getroffen werden können. Grundsätzlich gilt, dass der Einsatz einer Bewertungsmethodik in hohem Maße zum gezielten Erhalt der Netze beitragen wird. Zwei Kategorien stehen dabei im Fokus:
In erstgenannter Kategorie wird durch die Anlagen- und Netzbewertung die gezielte Verschiebung von Zyklen erreicht. Ziel ist es, möglichst genau das Verhalten der Anlagen zu ermitteln, um geeignete Zyklen festlegen zu können. Hieraus ergeben sich deutliche Einsparungspotenziale, so dass die reduzierten Budgets eingehalten und vereinbarte Netzqualitäten geliefert werden können.
Für die zweite Kategorie tritt die Alterungskurve von Betriebsmitteln oder von Betriebsmittelkomponenten in den Vordergrund. Je geringer das Wissen über den tatsächlichen Abnutzungsvorrat eines Betriebsmittels ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit eines zu frühen Ersatzes. Die Vermeidung von Fehlinvestitionen bei möglichst überschaubarem technischem und wirtschaftlichem Risiko führt zu nachhaltigen Einsparungseffekten.
In beiden vorgenannten Kategorien werden über den relativen Vergleich von Kennzahlen in Betriebsmittel- oder Maßnahmengruppen Prioritäten ermittelt (“Prioritätenliste“). In Zeiten reduzierter Instandhaltungsbudgets erlaubt diese Vorgehensweise eine gezielte Einsatzplanung und liefert somit eine umfassende Unterstützung zur Einhaltung von vereinbarten Serviceverträgen.
Interessanter Nebeneffekt:
Um die Methodik anwenden zu können sind betriebsmittelscharfe Kennzahlen aus Zustandsdaten und Wichtigkeitskriterien zu ermitteln. Die Investition in diese Kennzahlenermittlung wirkt sich jedoch doppelt aus:
Bereits heute lassen sich Alterungsmodelle entwickeln und Netzsimulationen berechnen. Mit der empirischen Ermittlung des Zustandes von Netzen oder Anlagengruppen werden die Basisdaten über die RCM-Methodik für die Berechnungen zur strategischen Entscheidungsfindung kontinuierlich geliefert.
Anmerkung:
Die Wahl der jeweiligen Instandhaltungsmethodik wird je Betriebsmittelgruppe unterschiedlich ausfallen, d.h. für gewisse Betriebsmittelgruppen werden weiterhin ereignisorientierte oder zyklische Instandhaltungsmaßnahmen wirtschaftlicher sein, als eine zustands- oder zuverlässigkeitsorientierte Methodik.
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